Toller 3. Platz von Andi Steiger vom Team velo-reichmuth.ch am Wüstenlauf in Jordanien
Persönlich Rennbericht von Andi Steiger vom Team velo-reichmuth, welcher am Wüstenlauf 'Jordanien Running Adventure Race 2026' teilnahm.
Nach den beruflichen Reisen in die USA kam meine Sportreise nach Jordanien an die Reihe. Rückblickend auf die Ereignisse in der Golfregion vom 28.02.2026 hatten wir ein Riesenglück mit unserer Reise und ich bin sehr dankbar, dass alle gut und sicher nach Hause gekommen sind.
Mitte Februar reiste ich nach Jordanien und nahm an einem 3-tägigen Etappenlauf teil.
Ein Tag vor dem Start haben wir Petra besichtigt, was für eine historische Stadt und sehr beindruckend, das kann ich jedem nur empfehlen.
Am nächsten Morgen fiel der Startschuss noch im Dunkeln. Die ersten paar Minuten liefen wir mit der Stirnlampe. Und bei Tagesanbruch folgten ca. 150 Treppenstufen hoch zum Monastir (Kloster von Petra). Ich fühlte mich gut und hatte einen guten Rhythmus und als ich zurückblickte, merkte ich, dass ich allein an der Spitze war. Motiviert von der Führung und dem beeindruckenden Ausblick auf das Monastir ging es auf der anderen Seite gleich wieder die Treppen hinunter nach Petra. In Petra selbst habe ich die Anstrengung vergessen mit den vielen Beeindruckenden Bauwerken und da kam auch schon der erste und einzige Verpflegungsposten (es gab nur Wasser) und da wusste ich, ich bin bei Km10 von 24 und gleich nach dem Verpflegungsposten ging es wieder Treppenstufen hoch und raus aus Petra, der Weg wurde immer schmaler und so folgten wir bald einem Hirtenpfad durch das Gebirge. Es gab nie ein Rhythmus zum Laufen, es ging hoch, runter, über Stock und Steine, über Felsen und durch Sand, ich versuchte immer wieder mal zurückzuschauen, ob die anderen mir auf den Fersen liegen, aber da es so schmale verschlungene Pfade waren, hat man nie wirklich weit zurückgesehen, ich wusste ich muss mein Tempo reduzieren und Kräfte für die nächsten Tage sparen, aber gleichzeitig wollte ich den Etappensieg nicht aus den Händen geben. Ich genoss den Trail lauf, es waren so beeindruckende Landschaften, Leute unterwegs und dann 2Km vor dem Ziel, kam der Anstieg, 300Hm hoch ins Ziel. Ich suchte einen Rhythmus, dass ich den Anstieg in einem Stück durchziehen konnte, und das gelang mir auch, nach 3h 20min konnte ich den Etappensieg ins trockene Führen und kam mit 8 Minuten Vorsprung ins Ziel. Die ersten 24Km und 1200Hm sind erreicht.
Nach einer Dusche und Mittagessen fuhren wir vom Gebirge rund um Petra in die Wüste Wadi Rum. Die nächsten 2 Tage übernachten wir in Zelten mit Gemeinschaft Duschen und Toiletten in der Wüste.
Beim einfachen traditionellen Abendessen (In Jordanien ist Zarb sehr bekannt – Fleisch und Gemüse werden in einem unterirdischen Erdofen im heißen Wüstensand gegart. Das sorgt für ein besonders zartes Aroma.) wurde ich vom Veranstalter gefragt, ob ich von der 100Km Strecke auf die 83Km Strecke wechseln könnte (1 und 3 Etappe ist für alle Läufer 60Km, 83Km und 100Km die gleiche, nur die 2 Etappe ist unterschiedlich).
Der Grund dafür ist simple: Etliche Läufer haben bei der 1 Etappe aufgegeben und alle 100Km Läufer die das Ziel erreicht haben, haben den Veranstalter gefragt ob sie auf die 83Km Strecke wechseln könnten und somit blieb ich als einziger 100Km Läufer, und ja der Veranstalter fragte mich natürlich ob ich auch wechseln könnte, sonst müsste er nur für mich 51Km Strecke markieren, Verpflegungsposten und eine Arzt zur Verfügung stellen und ja das ist nicht wirklich Sinnvoll und alleine Laufen macht auch keinen Spass, also sagte ich zu.
Nach einer kalten Nacht (7Grad im Zelt) ging es mit den 4x4 Jeeps zum Start. Kurz nach Sonnenaufgang fiel der Startschuss. Heute stehen 33Km und 400Hm auf dem Programm, aber die Strecke ist komplett anders, heute war das Motto, Sand, Sand und nochmals Sand. Aber der Reihe nach, kurz nach dem Start gab es die erste Steigung im Sand und wir liefen durch einen Canyon. Der Sand war mal hart, mal weich, zum Teil sehr tief und anstrengend, landschaftlich unglaublich schön, im Wadi Rum gibt es nicht sehr hohe Sanddünen aber viele Felsformationen und die Strecke führte immer wieder durch schmälere Canyons, wo der Sand immer schön tief und weich war. Die ersten 15Km liegen hinter uns und wir sind im 3er Team an der Spitze, ich merkte jedoch, dass ich im Sand weniger stark war als im Gebirge, vor allem in den tiefen Sandpassagen hatte ich richtig mühe zum Schritt halten und bei der nächsten Tief Sand Passage musste ich die zwei ziehen lassen. Ich fühlte mich trotzdem gut und versuchte so viel wie möglich von der Landschaft wahrzunehmen und zu geniessen. 10Km vor dem Ziel kam ein Verpflegungsposten und da hiess es, spare noch Energie es geht die letzten 10Km mehr oder weniger durch weichen tiefen Sand und so wurden die letzten 10Km nochmals eine richtige Herausforderung und auf den letzten 4Km wurde ich von einer Herde Kamele überrascht, was für ein großartiges Erlebnis. Das Ziel befand sich im Camp und ich kam nach 4h 09min an als 3ter. Gewonnen haben der Spanier Miguel und die Französin Severin Zeitgleich.
Am Tag Stieg die Temperatur auf 33Grad und so konnte ich noch ein gemütliches Nickerchen machen und mich gut erholen für die 3. Etappe.
Nach einer noch kälteren Nacht (5Grad) starteten wir direkt vom Camp aus die 3. Und letzte Etappe. 25Km und nochmals 350Hm bis zum nächsten Camp, wo unser Ziel war.
Heute versuchte ich all in zu gehen, der letzte Tag, alle Kräfte nochmals mobilisieren. Die ersten 2.3 Km war ein harter, sandiger Untergrund und ich versuchte ein hohes Tempo anzuschlagen und ich kam ein bisschen von der Gruppe weg, der Weg führte heute noch durch schmalere Canyons durch und Landschaftlich wieder unglaublich schön, nach Km10 beim einzigen Verpflegungsposten schaute ich zurück und sah, dass mir 3 folgten, der Spanier Miguel und die Französin Severin mit einem Franzosen Pascal, ich versuchte meine Pace zu halten, und es gelang mir ziemlich gut, 3Km vor dem Ziel haben mich aber Miguel und Severin eingeholt und wie im Vortag bin ich im tieferen Sand nicht so stark wie die 2, ich konnte leider nicht bis in Ziel mit denen 2 mit halten und wurde erneut 3ter. Für diese Etappe benötigte ich 2h31min.
In der Gesamtabrechnung gibt das folgenden Rangliste:
Gewonnen hat Miguel (Spanier) mit einem sehr starken Auftritt (2ter Platz und 2x 1ter); Zweite wurde die Severin (Frankreich) die eine unglaubliche Leistung in der Wüste gezeigt hat; Dritter Platz Andreas (Schweiz) meine Persönlichkeit.
Fazit:
Es war ein großartiges Erlebnis mit tollen, abwechslungsreichen Strecken. Leider war es kälter als erwartet um diese Jahreszeit, aber ich darf und bin sehr zufrieden mit meiner Leistung, ich hätte nie gedacht, dass ich eine Etappe gewinnen würde, noch dass ich auf dem Podium stehe bei der Gesamtabrechnung.
Und hier noch ein paar bildliche Eindrücke von Andi Steiger und seinem Wüstenlauf in Jordanien.





